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Montag, 11. Dezember 2017 12:21
Pfarrkirche St. Cyriakus in Weyer ist eine von sechs Stationen bei der 10. Jubiläums-Archäologietour Nordeifel. Foto: Karin White-Rahneberg/LVR/pp/Agentur ProfiPress
Pfarrkirche St. Cyriakus in Weyer ist eine von sechs Stationen bei der 10. Jubiläums-Archäologietour Nordeifel. Foto: Karin White-Rahneberg/LVR/pp/Agentur ProfiPress

Die von Legenden umrankte Pfarr­kirche in Weyer ist eine von sechs Stationen bei der Archäologietour Nordeifel - Viele Aktionen für Kin­der

Mechernich/Kreis Euskirchen -

Wie spannend die Geschichte der katholischen Pfarrkirche St. Cy­riakus auf einer Anhöhe am Ran­de des Dorfes Weyer ist, können Teilnehmer der Archäologietour Nordeifel erfahren. Denn die Tagesrundreise in die Vergangenheit der Region mit vielen Aktionen für Kinder, die am Sonntag, 2. Oktober, von 10 bis 18 Uhr, bereits zum zehnten Mal von den Kommunen und dem LVR-Amt für Bodendenkmalpfle­ge im Rheinland veranstaltet wird, führt in diesem Jahr zu sechs Objekten aus unterschied­lichen Zeiten in Dahlem, Hellent­hal, Kall, Mechernich, Netters­heim und Zülpich und darunter eben zur hochmittelalterlichen Kirche in Weyer, um die sich vie­le Legenden ranken.

Bei der Pressekonferenz in der Pfarrkirche St. Cyriakus in Weyer sagte Mechernichs Bürgermeis­ter Dr. Hans-Peter Schick: „Die Stärkung des Tourismus in der Nordeifel ist in den letzten zehn Jahren enorm vorangekommen - gerade auch durch die gute Zu­sammenarbeit über Gemeinde­grenzen hinweg. Die Archäologie­tour mit einer stimmigen Mi­schung aus bekannten und weni­ger bekannten Denkmälern hat sicherlich zu diesem Erfolg beige­tragen."

„Vielfach wird in den jeweiligen Orten so die Werbetrommel ge­rührt, dass da die reinste Dorf­feststimmung aufkommt, und wir haben die Erfahrung gemacht, dass gerade die Dorfbewohner selbst noch einiges Neues erfah­ren können bei den Veranstaltun­gen", sagte Sabine Wahlen, Team­leiterin Kultur und Tourismus bei der Stadt Mechernich. Die spätgotische Kirche in Weyer zählt zu den ältesten Pfarrkirchen im Mechernicher Stadtgebiet und war einst dem Kloster Steinfeld eingegliedert. Bei Bauarbeiten deckte man wiederholt Gräber auf, die belegen, dass die Kirche auf einem frühmittelalterlichen Grä­berfeld errichtet wurde. Älter noch ist ein Weihestein für römische Muttergottheiten, den sogenann­ten Matronen, den man 1991 bei Renovierungsarbeiten im Altar der Kirche entdeckt hat. Dieser Matronenstein steht im Original im Turm der Kirche und wird für die Archäologietour noch besonders in Szene gesetzt. Die Inschrift unterhalb der Dar­stellung der drei Matronen be­sagt, dass Lucius Caldinius Fir- minius den Vaccalinehischen Ma­tronen diesen Weihestein einst setzte. Ein Heiligtum dieser Ma­tronen liegt nur etwa vier Kilo­meter entfernt, im Wald zwischen Nöthen und Pesch; vielleicht stammt der Stein von dort, Für die Nutzung des Steins im christ­lichen Kontext waren auf seiner Rückseite fünf Kreuze und eine Vertiefung für die Aufnahme ei­ner Reliquie eingeschlagen wor­den.

 

Für Aufsehen sorgte der 1991 in Weyer entdeckte Matronenstein mit drei sitzenden Göttinnen in langen Gewändern. Er wird für die Archä- ologietour besonders in Szene gesetzt. Foto: Prof. Dr. Klaus Grewe/LVR/

pp/Agentur ProfiPress

Schon 1932 wird in der Reihe „Kunstdenkmäler der Rheinpro­vinz", dem amtlichen Kunstdenk- mäler-lnventar der preußischen Rheinprovinz, von einer Sage be­richtet, nach der an der Stelle der Kirche ein „Heidentempel" gestanden haben soll. Die archä­ologischen Untersuchungen 1991 konnten dies nicht bestätigen. Der im Altar vermauerte Matro­nenstein, der auch schon bei äl­teren Umbaumaßnahmen aufge­fallen sein wird, hat sehr wahr­ scheinlich die Legendenbildung befeuert. Neben Führungen durch die Archäologen des LVR bietet das Vereinskartell in Weyer auch zwei Kinderaktionen an. Unter dem Motto „Was steht denn da?" findet eine Kinderrallye in und um die Kirche statt. Außer­dem können Kinder ihren eige­nen Matronenstein in Gips kre­ieren. Im Bürgerhaus übernimmt ebenfalls das Vereinskartell Weyer die gastronomische Ver­sorgung der Tour-Teilnehmer und bietet unter anderem frische Ei- feler Reibekuchen zur Stärkung an. D;e Betreuung vor Ort über- Sabine Wahlen sowie die ..r-'.' :arbeiter Steve Bödecker, E_;en Rung und Sandra Gostelli. .'/eitere Stationen sind die Pin­ie" als Relikte des Eisenerzberg­baus in Kall-Golbach, der heute ais Bodendenkmal geschützte Sy- "agogenstandort in Hellenthal- Blumenthal, die Pfarrkirche St. Stephani Auffindung mit Präsen­ tation der aktuellen Ergebnisse der Bauforschung und Ausgrabun­gen in Zülpich-Bürvenich, der Fels im Steinbruch „Kaninhecke" bei Nettersheim mit Fossilien aus dem Mitteldevon und die Burgru­ine in Dahlem-Kronenburg mit Burgsiedlung und Gartenterras­sen.

Um 1500 wurde die Kirche in Weyer zu einer spätgotischen Hallenkirche umgebaut. Die teilweise von spätgotischem Gewölbe überschnittenen Rundbogenfenster und die ungleich gestalteten Pfeiler sind noch sicht­bare Hinweise auf die ursprünglich romanische Basilika aus dem Hoch­mittelalter. Foto: Karin White-Rahneberg/LVR/pp/Agentur ProfiPress

Eine Anmeldung zum Besuch der Sehenswürdigkeiten ist nicht er­forderlich, der Eintritt ist überall frei. Ganztägige Busexkursionen unter Leitung von erfahrenen Ken­nern der Eifel werden auch in die­sem Jahr angeboten, allerdings sind bereits alle fünf Busse aus­gebucht. Jedes Jahr gibt es bei der Archäologietour Nordeifel ein kleines Gewinnspiel. Unter dem Motto „6 Stationen - 6 Fragen" müssen die Teilnehmer dazu Fra­gen auf einer Postkarte ausfül­len. Die Postkarten liegen an den Stationen aus. Sie können dort eingeworfen oder bis zum 17. Ok­tober an die Nordeifel Tourismus GmbH gesendet werden. Zu ge­winnen sind Jahreskarten für die LVR-Museen, Freizeitführer und Wanderkarten aus der Region so­wie interessante Bildbände zur Archäologie.

Weitere Informationen erhalten Interessierte im Internet unter www.archaeologietour- nordeifel.lvr.de sowie telefonisch unter Info-Telefon 0228/9834-0. pp/Agentur ProfiPress

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