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Donnerstag, 18. Oktober 2018 09:41

Mechernich-Weyer - Der Mechernicher Stadtteil Weyer bildet ziemlich genau den Mittelpunkt des Kreises Euskirchen. Das haben nicht nur seinerzeit Blankenheimer Schüler mit dem Lineal errechnet, sondern auch Fachleute von der Kreisverwaltung. Für Peter Wassong ist Weyer indes nicht nur der Mittelpunkt des Kreises, sondern der ganzen Welt schlechthin.

Seinen Heimatort hat der mittlerweile 71-Jährige nur zweimal mehr oder minder freiwillig verlassen: einmal als Internatsschüler mit dem Berufswunsch Geistlicher und, nun gut, für den Wehrdienst beim Bund.

Ansonsten ist es für Wassong völlig unvorstellbar, irgendwo anders zu leben. Der pensionierte Postbeamte ist seit nicht weniger als 43 Jahren der emsigste Lobbyist von Weyer.

 

Mit 28 in den Rat gekommen

Anfang des Monats gab Wassong sein Ratsmandat zurück und übergab auch den Posten des Ortsvorstehers an seinen jüngsten Sohn Björn. So war es bereits bei der letzten Kommunalwahl abgesprochen.

Und „Ivo“, wie er in Weyer wegen seines zweiten Vornamens meistens genannt wird, hat eine lange Latte an Erfolgen vorzuweisen. Los ging es bereits 1969, als zur Frage stand, ob Weyer der Gemeinde Mechernich oder der Gemeinde Nettersheim zugeordnet werden sollte. „Wir haben damals eine Befragung der Leute organisiert. Dabei kam heraus, dass mehr Busse in Richtung Mechernich fahren“, erinnerte sich Wassong.

1975 rutschte der damals 28-Jährige über die Reserveliste in der Mechernicher Rat. Auf dem Ticket der CDU natürlich, die damals noch die absolute Mehrheit in Mechernich hatte. „In den Anfangsjahren wurde in den Ratsgremien noch wesentlich mehr diskutiert, weil die Vertreter der einzelnen Ortschaften mehr ihren eigenen Kirchturm als das große Ganze im Blick hatten“, berichtete Peter Wassong im Gespräch mit dieser Zeitung. Das sehe mittlerweile anders aus. Mechernich profitiere davon, dass es wechselnde Mehrheiten gebe und dass die Fraktionen enger miteinander arbeiten müssten.

800 Einwohner

Vor 30 Jahren hatte Weyer nur um die 600 Einwohner, mittlerweile sind es, dank der Ausweisung kleinerer Baugebiete, etwa 800, wenn die kleine Enklave Urfey noch mitgerechnet wird. Und Wassong hat in Multifunktion als Ratsmitglied, Ortsvorsteher und Vorsitzender des Ortskartells maßgeblichen Anteil daran, dass sich die Infrastruktur in Weyer erheblich verbessert hat. Unter seiner Regie und natürlich unter Mithilfe von zahllosen freiwilligen Helfern aus dem Dorf wurde das Ehrendenkmal an eine günstigere Stelle verlegt, eine Leichenhalle gebaut und der Friedhof erweitert, der Sportplatz vergrößert und das Sportheim mit Wasser- und Stromanschluss versorgt.

Dicke Bretter musste Peter Wassong bohren, ehe es ihm gelang, einen Kindergarten in Weyer zu etablieren. „Das schaffst du nie“, hatten Leute vorher noch geunkt. Doch „Ivo“ ließ sich davon nicht beirren und kam schließlich doch ans Ziel. Auch das neue Bürgerhaus haben die Weyerer maßgeblich ihrem Ortsvorsteher zu verdanken, der bei Kommunalwahlen in der Regel mehr als 50 Prozent der Stimmen in seinem Wahlkreis auf sich vereinigen konnte.

Zwei Jahre ehrenamtlicher Bürgermeister

Solche Ergebnisse versetzten Wassong in die Lage, auch in der eigenen Partei Ansprüche zu stellen. Und so kam es, dass der Weyerer von 1989 bis 1994 als Fraktionsvorsitzender der Christdemokraten im Stadtrat agierte und danach sogar zwei Jahre ehrenamtlicher Bürgermeister, übrigens der letzte seiner Art, in Mechernich war.

„Damals habe ich gemeinsam mit dem früheren Stadtdirektor Bernhard Wachter per Dringlichkeitsentscheidung Grundstückskäufe getätigt, die später der Grundstein für das Baugebiet Mechernich-Nord waren“, blickte Wassong zurück.

Im Mechernicher Postamt am Bahnhof wurde damals richtig Politik gemacht, denn dort arbeitete neben Peter Wassong auch Toni Mießeler aus Sötenich, der erst kürzlich zurückgetretene CDU-Fraktionsvorsitzende im Rat der Gemeinde Kall.

„Ich denke, dass es jetzt genug ist“

Mit Ausnahme des Kirchenchors ist Wassong in allen Ortsvereinen Mitglied, war Mitbegründer des Karnevalsvereins und 50 Jahre lang Geschäftsführer des SV Concordia Weyer. „Ich denke, dass es jetzt genug ist“, erklärte er ohne große Wehmut. In jüngster Zeit habe er die vielen Termine, die er zu absolvieren hatte, schon als lästig empfunden.

Der nahtlose Übergang auf die nächste Generation ist ja schon garantiert. Der älteste Sohn, Jürgen, ist Chef im Sportverein, sein Jüngster, Björn, rückt in den Rat nach, wird neuer Ortsvorsteher und hat im Karnevalsverein das Sagen. Dann kann man sich ruhigen Gewissens aufs Altenteil zurückziehen.

– Quelle: https://www.ksta.de/30583888 ©2018

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