Wer zwischen den gepflegt dekorierten Vorgärten am Kirchberg in Weyer jemanden sucht, der ihm die Dorfkirche aufschließen könnte, dürfte stets auf Hilfsbereitschaft stoßen. Auch Anwohner, die sich der Kirche weniger verbunden fühlen, wissen, dass manche Besucher gern das Innere der Pfarrkirche sehen möchten.

 

Die gotische Kirche mit dem alten Friedhof zieht nicht nur Architektur-Interessierte und Gläubige an. Schon über eine Google Stichprobe zu Weyer gelangt man auf Matronensteine und kaum einen Kilometer nordöstlich von Weyer liegende Kakushöhle. Wer sich auf den Verlauf des Römerkanal-Wanderweges anschaut und die Brunnenstube bei Eiserfey kennt, kann verstehen warum man sich gerade hier, in der Gegend um Nettersheim, seit Generationen Geschichten von geheimen unterirdischen Gängen erzählt. Denn jahrhundertelang wusste kein Mensch mehr die hin und wieder im Feld auftauchenden, gemauerten Tunnelreste der römischen Wasserleitung zu deuten. In der Tat staunen wir noch heute über das antike Kunstwerk, in das man sogar hineinkriechen kann. Dazu passt die Legende, die von einem Gangverlauf von der Kakushöhle bis unter den Predigtstuhl der Weyerer Pfarrkirche erhält, unter dem eine Geldtruhe steht. Aber geben Sie sich keine Mühe – sie wird leider von zwei Bären bewacht.

 

Auch ohne Mythen und Geheimniskrämerei gehört St. Cyriakus allein baugeschichtlich zu den besonderen Sakralbauten der Eifel. Ende des 15. Jahrhundert konnte man es sich in Weyer erlauben, die alte Pfeilerbasilika aus dem 12. Jahrhundert zu modernisieren und in gotischen Formen aufwendig umzubauen. Etwa seit 1500 steht an dieser Stelle die jetzige dreischiffige Hallenkirche mit dreiseitigen Chorschluss. Den kräftigen Westturm veränderte man beim Kirchenumbau nicht; erst viel später, 1758, erneuerte man den Turm. Die Ausstattung, die man heute sieht, entstand nach der Säkularisation im 19. Jahrhundert; Nach 1830 wurden drei einfache Tabernakelaltäre und ein Hochaltar geschaffen, weitere Seitenaltäre entstanden 1854, und um 1900 restaurierte man die sonstige Ausstattung.

 

Als die Gemeinde den Altar erneuerte, stieß man zur allseitigen Überraschung im alten Altar auf eine kelto-römisch-germansichen Matronen-Weihestein aus dem 3. Oder 4. Jahrhundert. Die dargestellten Matronen wurden im nahegelegenen Tempelbezirk auf einer Anhöhe oberhalb von Pesch verehrt. Das Besondere an Weyer: Auf verhemten Druck der Bevölkerung verblieb des originalen Matronenstein in der Pfarrkirche, während man normalerweise die Originale in Museum bringt und für den Fundort eine Kopie herstellt. Grundsätzlich gilt: Die Funde von Matronensteinen häufen sich im römischen Rheinland, in Südfrankreich und Süditalien.

St. Cyriacus (Weyer) bei Wikipedia

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