Die älteste Erwähnung eines Pfarrers von Weyer ist vom 23.Februar 1299. In dem Urkundenverzeichnis des Erzbischofs Wikbold (1297-1304) von Köln, wird der Probst Conrad von Münstereifel gleichzeitig als Pfarrstelleninhaber zu Weyer bezeichnet. In einem Kaufvertrag vom lö.Mai 1344, im Archiv der Pfarrkirche zu Münstereifel, wird als Siegler der Goblinus plebanus in Weyer genannt. Plebanus (Leutepriester), das heißt, Goblinus war Priester in Weyer aber nicht Pfarrstelleninhaber. In vergange­nen Jahrhunderten kam es häufig vor, daß Patronatsherren Pfarrstellen mit guten Ein­nahmen an Günstlinge vergaben, die dann die Seelsorge durch schlecht bezahlte Leute­priester, einen „Geistlichen Tagelöhner", ausüben ließen. Dem gab der Pfarrstelleninhaber nur ein geringes Entgelt.

Nach einem von Pfarrer Hendrichs 1825 erstellten Verzeichnis, folgten dem Goblinus bis 1585 folgende Pfarrer:
Johannes Hawbuisch,
Johannes Hunten,
Hermann Kuyde,
Goebbel Zylle,
Goeris aus Nederberg (Niederberg bei Frieheim),
Nelis,
Martinus aus Dottel,
Nelles aus Nechtersheim (Nettersheim),
Thoenis Commer. Angaben über die Zeiten der Amtsführung machte Pfarrer Hendrichs nicht. Als Pfarrer folgen dann:

Antonius Heid (1585-1627) aus Glehn, der bei Schriftstücken auch mit Antonius Gleen unterzeichnete.
1601 legte Pfarrer Heid das älteste erhaltene Kirchenbuch an, das glücklicherweise den Brand von 1677 überstand. Das Buch beginnt mit einem Auszug aus dem alten Bruderschaftsbuch. Auf Blatt 1 und 2 sind die Satzungen der Fünfwundenbruderschaft eingetragen. Die Abgabeverpflichtungen der Einwohner gegenüber den Zehntherren und der Kirche sind durch die Eintragungen auf Blatt 6, 7 und 8 überliefert. Aus Blatt 67 hat Pfarrer Heid Angaben zu seiner Familie gemacht. Seine Eltern waren Jenner Peter von Glehn, genannt der Heydt, und seine Ehefrau Katharina. Aus Heydt ent­stand der Familienname Heid, der auch heute noch in Glehn geläufig ist. Kriegswirren mit ihren furchtbaren Begleiterscheinungen, die Pest von 1615 mit den vielen Opfern im Kirchspiel Weyer, kennzeichneten die Amtszeit von Pfarrer Heid. Gleichzeitig mußte er beharrlich um die zum lutherischen Glauben übergetretenen Einwohner werben, damit die zum katholischen Glauben zurückfanden. 1627 wurde Antonius Heid zum Pfarrer seiner Heimatgemeinde Glehn ernannt.

Christianus Heid (5.5.1635-20.9.1676) aus Glenn oder Weyer? In den Archiv­unterlagen der Pfarre werden über sei­nen Geburtsort unterschiedliche Anga­ben gemacht. Pfarrer Firmenich ver­merkt in der von ihm 1918 angelegten Pfarrchronik, daß Christianus Heid aus Glehn stamme. Dem alten Kirchenbuch ist aber zu entnehmen, daß er 1605 von seinem Onkel. Pfarrer Antonius Heid, in Weyer getauft wurde. Ob sein Vater Leonhard Heid. ein Bruder des Pfarrers, und seine Mutter, Sophia von Bleibuir, in Weyer ansässig waren, oder nur zur Taufe in Weyer weilten, kann nicht ge­klärt werden.

Christianus Heid wurde durch den Für­sten Philipp von Arenberg und Herzog von Aschott präsentiert und vom Archidiakon zu Bonn, Balthasar Hillesheim, zum Pfarrer von Weyer er­nannt. Von seinen Nachfolgern wurde er sehr negativ beurteilt. Pfarrer Bück, der sich als Erster inten­siv mit den alten Kirchenakten beschäf­tigte und sie auswertete, schrieb, was gerade kein Kompliment für Christianus Heid war, „daß aus allem, was er in dieser Kirche geschrieben, erscheinet, daß er ein rech­tes Gefäß der Unwissenheit gewesen sei." Pfarrer Hendrichs vermerkte 50 Jahre spä­ter nach Bück, „daß die Schriften von Christianus Heid recht wirr geschrieben seien." Pfarrer Christianus Heid starb am 20.September 1676 in Weyer. Bei Christianus Heid muß auch sein geistlicher Onkel, Matthäus Heid, erwähnt werden. Nach dem Weg­gang von Pfarrer Antonius Heid, 1627, wurde Vicecuratus Clemerius, seit 1625 in Weyer, Pfarrverwalter. Ungeachtet dessen erscheint 1628 bei der Ablage der Kirchen­sachen die Unterschrift von einem Pfarrer Matthäus Heid, einem Bruder von Antoni­us Heid. Nach der Pfarrchronik war Matthäus Heid Pfarrer von Berg bei Floisdorf. Noch zweimal erscheint in dem Zeitraum von 1628 bis 1635 im Kirchenbuch eine Eintragung von ihm. Alle anderen Eintragungen stammen von Clemerius. In der Ernennungsurkunde für Christian Heid, datiert vom 5.Mai 1635, wird erwähnt, daß ihm die durch den Tod des letzten Inhabers, Matthäus Heid, erledigte Pfarrstelle Weyer übertragen wird. Bemerkenswert ist, daß außer Pfarrer Hendrichs, der 1832 das Pfarrarchiv inventarisierte. trotz der angeführten Fakten jeder andere Pfarrstelleninhaber von Weyer es verneint, daß Matthäus Heid Pfarrer in Weyer gewesen sei.Möglich ist, wie zur damaligen Zeit nicht unüblich, daß Matthäus Heid zwei Pfarrei­en mit getrennter Residenz inne hatte. Die eine Pfarre, in diesem Fall Weyer, von Vicecuratus Clemerius verwalten ließ, um diese Pfarrstelle für seinen Neffen Christi­anus Heid freizuhalten.

Petrus Lindweiler (1677-1701) aus Lindweiler, Pfarre Rohr. Vor seiner Ernennung zum Pfarrer von Weyer war er Kaplan auf Schloß Dreiborn, zu Lebzeiten des Frei­herrn Werner Friedrich von Harff. Lindweiler wurde zu einer von Kriegswirren ge­kennzeichneten Zeit Pfarrstelleninhaber. Einige Wochen nach seiner Ankunft wurde Weyer bis auf die Kirche und drei Häuser von den Franzosen eingeäschert. Er konnte nur das von Pfarrer Heid 1601 angelegte Kirchenbuch retten.

Trotz seiner tatkräftigen Bemühungen um die Erhaltung der Pfarrkirche (1684 wurde durch Blitzschlag der Kirchturm in Brand gesetzt) hat er es versäumt, die durch die Einäscherung des Pfarrhauses verlorengegangene Unterlagen über Stiftungen. Kirchen­einkünften neu zu ordnen. So konnte es geschehen, daß ein Feld in Lorbach, das aus der Fundation der Christine Schröder stammte, der Pächter als eigenen Besitz einver­leibte. Lindweiler selbst vermachte der Kirche in Weyer einen Benden. der in Wirk­lichkeit schon seit Jahren der Kirche gehörte. Möglich ist, daß die damaligen wirren Zeiten mit fremden Truppen und dem Wiederaufbau des Ortes eine Neuordnung der Unterlagen nicht zuließen.

Lindweiler besaß, was zur damaligen Zeit für einen Landpfarrer nicht gerade üblich war, eine umfangreiche Bibliothek, die er dem Jesuitenkolleg in Münstereifel ver­machte.

Pfarrer Lindweiler vertauschte 1701 die dürftigen Verhältnisse der Pfarre Weyer mit den besseren der Pfarre Glehn.

Johannes Molitor (1702-1719) aus Plesten war vor seiner Ernennung zum Pfarrer von Weyer, durch Nominierung der Marquise von Caretto, Herzogin von Arenberg. Schloßkaplan auf Burg Arenberg. Molitor mußte bei seinem Amtsantritt feststellen, daß die Gläubigen den Gottesdienst sehr spärlich besuchten. Durch zusätzliche Got­tesdienste versuchte er in Weyer und Kallmuth die Gläubigen der Kirche wieder nä­her zu bringen. 1704 führte er mit Erlaubnis der geistlichen Behörde eine nicht fun­dierte Donnerstags-Messe in Weyer mit Aussetzung des Allerheiligsten ein. Für die nachfolgenden Pfarrer waren diese neu eingeführten Messen unverbindlich, und es lag in deren Ermessen, ob sie diese nicht fundierten Messen weiter abhalten würden. 1737 wurd die neue Messe in Weyer durch die Stiftung der Margaretha Stef­fens aus Lorbach mit 330 Talern fundiert.
Im Mai 1719 starb Pfarrer Molitor in Weyer. In seinen 17 Amtsjahren hat er viel für die Verschönerung der Kirche getan.

Johannes Bollmes (1719-3.2.1729) aus Nattenheim bei Bitburg. Vor Bollmes war nach den Unterlagen im Diözesanarchiv Köln zuerst Johann Peter Kratz aus Tetz bei Jülich als Nachfolger von Pfarrer Molitor nominiert worden. Ob Beide, wie es zur damaligen Zeit vorkam, die Pfarrstelle getauscht haben, oder aus welch anderem Grund Bollmes an Stelle von Kratz Pfarrstelleninhaber wurde, konnte nicht geklärt werden.

Pfarrer Bolmes legte ein neues Kirchenbuch an, da das von Pfarrer Antonius Heid 1601 angelegte Buch gefüllt war. Im Jahre 1729 stiftete er einen Meßkelch mit der Widmung im Fuß: ..Weyer 1727 sub P.D.J.Bollmes."Während seiner Amtszeit begann die juristische Auseinandersetzung um das Testa­ment von Pfarrer Lindweiler. Lindweiler hatte in seinem Testament einen Benden der Kirche zur Finanzierung seines Jahrgedächtnisses vermacht, der in Wirklichkeit der Kirche gehörte. Die Auseinandersetzungen mit den Angehörigen von Pfarrer Lind­weiler dauerten von 1720 bis 1728. Pfarrer Bollmes starb am 3.Februar 1729 in Weyer.

Salentinus Ernestus Schomers (1729-17.9.1755). Geboren am 13.März 1694 in Ahütte, Pfarre Üxheim. Vor seiner Ernennung zum Pfarrer von Weyer war er Primissar und Schulmeister in Üxheim. Seine Eltern besaßen eine Ölmühle in Ahütte. Nach den Aufzeichnungen von Pfarrer Bück hat Pfarrer Schomers im ersten Jahr seiner Amtszeit, ohne Genehmigung der geistlichen Behörde, auf eigene Veranlas­sung, seine Stolgebühren aus den Jahrgedächtnissen erhöht. Er nahm keine Sing­messe unter 40 Albus und keine Lesemesse unter 20Albus an. Seine Vorgänger waren mit weniger zufrieden gewesen (Pfarrer Molitor 8 Albus). Nach vier Jahren wurde Dechant Hoffmann mit der Untersuchung dieser Angelegenheit beauftragt. Unter dem Datum vom 3.Februar 1733 wurden Schomers 293 Reichstaler 67 5/6 Albus in Rech­nung gestellt, die er von den zuviel erhobenen Gebühren zurückzahlen mußte. Überhaupt war Pfarrer Schomers in geschäftlichen Angelegenheiten sehr rege. Neben der Beteiligung am Eisenerzbergbau verlieh er Geld in den gängigen Währungen seiner Zeit. In der Liste seiner Gläubiger werden Reichstaler. Pistolen, Albus. Heller und Pittermentgen (Petermännchen) aufgeführt. Fast alle im Ort und der näheren Umgebung standen auf seiner Liste. Seiner langjährigen Haushälterin Lucia Michels aus Bungert bei Trier lieh er das Geld, damit sich ihr Bruder Johannes, der in Koblenz beim Militär war, freikaufen konnte.

Der in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts bei uns praktizierte und nicht im besten Ruf stehende Viehverleih, übte Schomers schon zu seiner Zeit aus. „Einen Pflugochsen verlieh er an Johannes Pützfeld in Harzheim bis Michaeli im nächsten Jahr. 1744 lieh er dem Schmied Hermanus Neihsen aus Weyer ein Pferd mit allem Zubehör für den Pflug. 1749 hat er an Mattheis Vossel, Halfen zu Keldening (Keldenich), zwanzig Schafe und zehn Lämmer auf halbe Zucht und Wolle ausgelie­hen."

Das sind ein paar Kostproben aus dem Leben dieses geschäftstüchtigen Pfarrers von Weyer. Schomers starb am 17.September 1755 in Weyer.

Johannes Wilhelmus Bück (26.11.1756-18.4.1779) geboren in Kommern am 2.Mai 1717. Vor seiner Ernennung zum Pfarrer von Weyer, war er Vikar in Kommern. Pfarrer Bück muß eine geistig rege Persönlichkeit gewesen sein. Wenn auch Pfarrer Firmenich über ihn bemerkt, daß aus seinen Schriften noch die kindliche naive An­schauung und Frömmigkeit seiner Zeit spricht, und der sich ausbreitende Geist der Aufklärung bei ihm keinen Eingang gefunden hatte, so hat man ihm, was die Pfarrgeschichte anbetrifft, viel zu verdanken.

In den ersten vier Amtsjahren hat er mit unerhörtem Fleiß aus den von Pfarrer A.Heid und dessen Nachfolgern vorgefundenen Unterlagen, die erste zusammenhängende Pfarrgeschichte verfasst. Viele hundert Seiten umfaßt seine Arbeit, die er überwie­gend bei Kerzenlicht schrieb.

Sechsundneunzig Seiten umfaßte allein die Zusammenstellung derVermögungswerte. Kapitalien, des Grundbesitzes und der Gerechtsame der Kirche mit den darauf ruhen­den Verpflichtungen. Auf 126 Seiten erfaßte er die Stiftungen und Erbjahrgedächtnisse. Diese beiden Arbeiten zeigen stellvertretend Buck's Fleiß. Am 18.April 1779 starb Pfarrer Bück in Weyer.

Johannes Wilhelmus Halfen (23.6.1779-18.3.1797) geboren in Kommern am 9.Sep­tember 1745. Nach der ersten Weihe am 21.September 1771 erhielt er schon Ein­künfte aus Weyer, von Pfarrer Bück und der Gemeinde Urfey. Sophia, die Mutter von Halfen, war eine geborene Bück. Es ist nicht auszuschließen, daß Pfarrer Bück und Halfen verwandt waren (Onkel und Neffe), worauf auch der gemeinsame Vornamen hinweisen könnte. Für die damalige Zeit wäre es nicht ungewöhnlich gewesen, wenn Bück für seinen (Neffen?) Halfen, die Pfarrstelle in Weyer offen gehalten hätte. Wel­che Stelle Halfen vor seiner Ernennung zum Pfarrer von Weyer inne hatte, ist unge­klärt.Während seiner Amtszeit wurde derTurm der Pfarrkirche neu errichtet. Halfen stifte­te auch eine Frühmesse in Weyer. So selbstverständlich waren in vergangenen Zeiten die Frühmessen auf dem Lande nicht. So schreibt Pfarrer Dietmari von Müddersheim um 1660 an das Generalvikariat in Köln: „Es sei ein Jammer, daß auf dem Lande oft die Hälfte der Bewohner, die das Vieh versorgen müssen, den größten Teil des Jahres ohne Gottesdienst und Predigt bleiben. Da müsse durch Mittel und Stellen vorge­sorgt werde, und eine Frühmesse um 6.00 Uhr gehalten werden." Am 22.September 1786 unterzeichnete Halfen eine Urkunde, in der von den Schwe­stern Elisabeth und Mechthild Dahmen aus Hostel, für Kallmuth über eine Stiftung von 1.200 Reichstalern verfügt wurde. Auf Grund dieser Stiftung konnte in Kallmuth eine sonntägliche Frühmesse und eine Schule errichtet werden. Pfarrer Halfen erkrankte im Januar 1797 so schwer, daß bis zu seinem Tod. am 18.März 1797, Pfarrer Hoffman aus Zingsheim. die Pfarre Weyer seelsorgerisch mit betreute.

Lambertus Schwarz (1797-1806) geboren am 29.Januar 1753 in Lommersdorf. Vor seiner Ernennung zum Pfarrer von Weyer war er Pfarrer in Floisdorf. Die kirchliche Einführung in Weyer geschah durch Pfarrer Hoffman aus Zingsheim. Während seiner Amtszeit wurde das Erzbistum Köln und das Bistum Aachen neu errichtet. Pfarrer Schwarz konnte trotz seines Einsatzes nicht verhindern, daß die Pfarre Weyer die Orte Kallmuth. Lorbach. Bergheim und Vussem an andere Pfarreien abtreten mußte. Wie in vielen Dingen jener Zeit blieb Schwarz nur die ohnmächtige Resignation.

Am 7.April 1806 verstarb Pfarrer Schwarz nach sehr kurzer Amtszeit in Weyer.

Johannes Josephus Weber (23.4.1806-16.5.1821) geboren in Münstereifel am M.De­zember 1778. Vor seiner Ernennung zum Pfarrer von Weyer, war er Vikar in Eschweiler bei Münstereifel und Weyer.

Weber wurde in einer schweren Zeit Pfarrer. Immer wieder wurden Kontributionen (Kriegssteuern) und Konskriptionen (Aushebungen zum Kriegsdienst) ausgeschrie­ben, um die Feldzüge Napoleons zu finanzieren. Er hat ab 1811 in keines der Kir­chenbücher mehr eine Eintragung gemacht. Ob Weber aus Resignation wegen der damaligen Verhältnissen die Eintragungen unterlassen hat, bleibt ungeklärt. Trotzdem muß Pfarrer Weber nach der Übernahme unseres Gebietes durch die Preu­ßen neuen Mut gefaßt haben, da er in dem berüchtigten Hunger- und Notjahr 1816/ 1817 mit dem Neubau des Pfarrhauses begann. Das alte Pfarrhaus war 1677 einge­äschert worden. In den folgenden 140 Jahren war infolge der unruhigen Zeiten und die damit verbundene Geldnot an einen Neubau nicht zu denken. Die Pfarrer wohn­ten in dieser Zeit in einem Anbau zwischen dem Anwesen Jacobi und Schneider. Noch viele Jahre nach dem Neubau des Pfarrhauses hieß der Anbau im Volksmund weiter die Pastorat.

Als bei dem Neubau des Pfarrhauses durch die Verteuerung des Baumaterials das vorhandene Kapital aufgezehrt war. stockte der Neubau. Da Pfarrer Weber und der Kirchenvorstand in ihrer finanziellen Verlegenheit keinen Ausweg mehr sahen, grif­fen sie auf ein Kapital von Stiftungsgeldern zurück um die Bauschulden zu bezahlen. Sie taten dies ohne Wissen der kirchlichen und weltlichen Behörde. Korrekt wäre gewesen, wenn man die Pfarrgemeinde als Schuldnerin eingetragen hätte und jähr­lich aus Kirchenmittel die Zinsen bezahlt hätte. Zwanzig Jahre später wollten die Behörden die Schuldigen in Weyer zur Rechenschaft ziehen. Zum Glück für die Be­teiligten weilte keiner mehr von ihnen unter den Lebenden. Pfarrer Weber wurde 1821 zum Pfarrer von Merken bei Düren ernannt.

Johannes Baptist Hendrichs (1821-1834) geboren in Köln, wurde am 16.Oktober 1821 zum Pfarrer von Weyer ernannt und am 15.Januar 1822 durch den Kantonalpfarrer Johann Peter Müller aus Gemünd eingeführt. Vor seiner Ernennung zum Pfar­rer von Weyer war er Pfarrer in Wershofen. Seine theologischen Studien unterbrach die Einberufung zu den französischen Husaren. Noch als Pfarrer versah er seine seel­sorgerische Tätigkeit in den entfernten Orten der Pfarrei hoch zu Roß. Mit Pfarrer Hendrichs bekam Weyer einen Seelsorger mit einem Arbeitseifer, der nicht zu bremsen war. Was er in seiner Amtszeit geschaffen hat, ist zm Teil heute noch sichtbar. Unordnung wurde von ihm nicht geduldet. Er war ein gestrenger Mann, streng gegen sich selbst und streng gegen andere. Das wurde ihm an seiner letzten Wirkungsstätte zum Verhängnis.

In seiner Amtszeit wurden zwei neue Glocken in Auftrag gegeben und eine neue Orgel beschafft. Für den alten gewundenen Weg vom Dorf zur Kirche ließ er einen neuen in gerader Linie verlaufenden Weg anlegen und dieser zu beiden Seiten mit Weidenbäumen bepflanzen. Die verfallene Mauer um den Kirchhof ließ er wieder herstellen. Es würde zu weit führen alle seine Verdienste aufzulisten. Viele Neuerun­gen bezahlte er aus der eigener Tasche. Auf seine Initiative entstand eine neue Schule mit Vikarwohnung auf Kirchenland.

Das ein solch tatkräftiger, nie ermüdender Seelsorger, der auch noch provisorisch die Geschäfte eines Dechanten des damaligen Dekanates Steinfeld ausübte, bei der kirch­lichen Behörde Aufmerksamkeit erregte, war verständlich. 1834 wurde Hendrichs als Nachfolger des verstorbenen Oberpfarrers und Dechanten Johannes Brandt, zum Oberpfarrer von Heinsberg ernannt.

Hendrichs fand bei seinem Amtsantritt in Heinsberg ein Chaos vor. Er, ein Gegner der gemischten Ehen, verweigerte eine solche, trotzdem der Generalvikar auf Druck der preußischen Verwaltung dies anordnete mit den Worten: ..Lieber verliere er Amt und Brot, als gegen die Satzung seiner Kirche zu verstoßen." Hendrichs verteidigte sein Tun von der Kanzel, aber so. daß die preußische Verwaltung sich beleidigt fühl­te. Er wurde für sechs Monate in die Festung Wesel eingekerkert. Suspendiert und von der kirchlichen Behörde fallen gelassen, lebte er, ohne eigenes Vermögen, in Armut in Aachen. Von hier begab er sich nach Frankreich in ein Trappistenkloster, wo er 1850 verstarb.

Gerhardus Arens (3.8.1834-29.10.1880) geboren in Burg Reuland. Vor seiner Ernen­nung zum Pfarrer von Weyer war er Pfarrer in Blumenthal. Arens kleidete sich noch nach der Mode des 18. Jahrhunderts, mit Kniebundhose. Schnallenschuhen und lan­gem Bratenrock. In seinen besten Jahren soll er ein strenges Regiment geführt haben. Ausgestattet mit einer mächtigen Stimme waren seine Predigten berühmt. Er ließ Stall und Scheune beim Pfarrhaus errichten. Arens hielt sich immer eine Kuh und bewirtschaftete das Pastoratsland selber.

30 Jahre nach seinem Amtsantritt in Weyer war Pfarrer Arens nicht mehr so recht in der Lage, alle von ihm geforderten Obliegenheiten selber zu verrichten. Ab 1864 wurde ihm deshalb als Stütze ein Vikar zur Seite gestellt.

1869 gab er die Zustimmung zur Bildung der Kapellengemeinde Eiserfey mit eigener Vermögensverwaltung.Krank und gebrechlich erlebte er auf seine alten Tage den Kulturkampf. Sein Gehalt wurde vom Staat gesperrt, das kirchliche Vermögen unter staatliche Verwaltung ge­nommen. Nach 46 Amtsjahren starb er am 29.Oktober 1880 in Weyer. Ein gemeinsames Denkmal auf dem Friedhof hält die Erinnerung an ihn und seinen Onkel, den Jubilarpriester Josef Arens fest.

Thomas Friedrich Alexander Stein (1871-9.10.1917) geboren in Köln. Ein paar Wo­chen nach seiner Priesterweihe wurde er als Vikar nach Weyer entsandt, um dem kranken Pfarrer Arens beizustehen. Nach dessen Tod wurde Stein Pfarrverweser ohne offizielle Ernennung, da infolge des Kulturkampfes die Diözese Köln ohne Oberhir­ten war. Erst 1888 konnte der neue Erzbischof von Köln, Philippus Krementz, ihn am 21.Juni zum Pfarrer von Weyer ernennen.

Mit ihm bekam Weyer einen derart bescheidenen selbstlosen Pfarrer, der nach dem Gebot lebte: „Ihr sollt weder Geldbeutel noch Tasche noch Schuhe tragen" (Lucas 10,4). Schon zu seinen Lebzeiten entstanden Legenden um seine Bedürfnislosigkeit. Schmuck und Prunk lehnte er ab, auch in der Kirche. In seinem Haus, der Pastorat war er mit wenigem zufrieden. Er schlief auf einem Strohsack, Kleiderschrank und Waschtisch waren für ihn Luxus.Trotz seiner Bescheidenheit vernachlässigte er die Pfarrkirche nicht, wenn er auch nur das billigste aussuchte. Er war mit allen Einwohnern so vertraut, daß er sie alle mit Du anredete, und den hiesigen Dialekt zu seiner Amtssprache in Christenlehre, Schule und Kirche machte. Trotz seiner Bedürfnislosigkeit war ihm der Humor nicht fremd. Sein Kölner Geburtsort konnte er bei seinen Witzen, Spaßen und Sticheleien nicht verleugnen.

Eine schleichende Krankheit und ein Schlaganfall hatten Pfarrer Stein derart mitge­nommen, daß er an allen Gliedern zitterte, und den beschwerlichen Anstieg zur Kir­che nur langsam und mühsam bewältigte. Zuletzt wurde er mit einem Krankenstuhl zur Pfarrkirche gefahren.

Seit 1914 war ihm Vikar Zilligen als Beistand zur Seite gegeben. Dem schwerkran­ken Pfarrer war in den letzten Monaten der wöchentliche Besuch von Pfarrer Schwidden aus Pesch, der ihm immer den neuesten Witz aus Köln erzählte, eine besondere Freu­de. Am 9.Oktober 1917 starb Pfarrer Stein nach 46 jähriger Amtszeit in Weyer.Johann Hubert Julius Firmenich (1918-1922) aus Imgenbroich. Nach der Volksschu­le vollendete er zunächst eine kaufmännische Lehre, ehe er sich durch piivate Vorbe­reitung und den Besuch des Kaiser-Karls-Gymnasium in Aachen dem Theologie­studium zuwandte. Vor seiner Ernennung zum Pfarrer von Weyer war er Kaplan an St.Maria Himmelfahrt in Düsseldorf-Flingern.

Firmenichs erster Besuch in Weyer, im Dezember 1917, bei dichtem Nebel, hohem Schnee, starker Kälte und dem trostlosen Zustand der Pastorat, zeigte seine neue Wirkungsstätte nicht im günstigsten Licht. Sein Vorgänger, Pfarrer Stein, hatte in seiner Bedürfnislosigkeit, seit Jahren keine Reparatur am Pfarrhaus mehr vornehmen lassen. Durch die undichten Fenster und morschen Türen war der Schnee ins Haus geweht worden.

Pfarrer Firmenich bat seine Einführungsfeier, bedingt durch die ernste Zeit des 4.Kriegsjahres, in schlichter Form abzuhalten. Die Einwohner von Weyer aber, die seit Menschengedenken so etwas nicht mehr erlebt hatten, schmückten den Ort auf das Festlichste.

Bei Errichtung der Fortbildungsschule in Weyer war Firmenich die treibende Kraft. Die Besoldung der Lehrer von 10.- Mark je Unterrichtsstunde übernahm er selber. Die Einrichtung einer Pfarrbücherei, die Gründung des kath. Jugendvereins mit an­geschlossener Sportabteilung und der Bau des Kriegerehrenmals an der Kirche, wa­ren auf Initiative von Pfarrer Firmenich erfolgt. Die von Pfarrer Bück und Hendrichs in ihrer Zeit gesammelten und aufgezeichneten Archivalien hat Firmenich zu einer Pfarrchronik zusammengefaßt.

Die Pfarrer Firmenich im Dezember 1922 von der Diözese angebotene Pfarrstelle an St.Elisabeth in Aachen nahm er an, und verließ Weyer nach kurzer aber erfolgreicher Arbeit.

Johannes Schoenen (15.1.1923-9.4.1935) war vor seiner Ernennung zum Pfarrer von Weyer Vikar in Weiden bei Aachen. Wegen des passiven Wiederstandes und den da­mit verbundenen unsicheren Verkehrsverhältnissen konnten zur Einführung am 1 S.Fe­bruar 1923, außer den Pfarrangehörigen, den Angehörigen des Pfarrers, nur die Nach­barpfarrer erscheinen.

Der Beginn seiner Amtszeit fiel in die Inflationszeit. Für ihn und den Kirchenvor­stand gestaltete sich die Vermögensverwaltung der Kirche dadurch immer schwieri­ger. Im Herbst 1923 rechnete man schon mit Billionen.Ein Mangel wurde in Weyer immer spürbarer, es fehlte das elektrische Licht. Um dem abzuhelfen, wurde von einer Bürgerversammlung eine Kommission gewählt, die monatliche Haussammlungen durchführte, um mit dem Geld die Stromzuführung nach Weyer zu finanzieren. Das eingenommene Geld wurde bei Pfarrer Schoenen hinterlegt. Wenn die Gebefreudigkeit nachließ, dann war Pfarrer Schoenen der Mo­tor, der die Sache wieder ankurbelte. 1924 war es dann soweit. Weyer wurde an das öffentliche Stromnetz angeschlossen.

In der Amtszeit von Pfarrer Schoenen fiel die Errichtung des Bistums Aachen und die damit verbundene neue Dekanatseinteilung. Die Pfarre Weyer wurde dem Dekanat Mechernich zugeteilt. Zur Natur hatte Schoenen ein besonderes Verhältnis. Die Aus­plünderung von Feld und Wald, wie er es nannte, zur Ausschmückung des Froh-leichnamsprozessionsweges und der Altäre war ihm unangenehm. Er förderte des halb mit Erfolg die Ausschmückung mit Fahnen und Fähnchen, anstatt Blumen und Zweigen.

Am 9.April 1935 wurde Pfarrer Schoenen nach Groß-Boslar bei Jülich versetzt.

Hermann Ludwig Schlitt (23.4.1935-3.10.1936) war bis zu seiner Ernennung zm Pfarrer von Weyer, Rektor am St.Josefsinstitut und Religionslehrer am Oberlyzeum in Jülich. Nach seiner Priesterweihe war er von 1921-1923 Rektor am Kloster in Nettersheim, wo zweimal von der damaligen Besatzungsmacht, den Franzosen, der Versuch unternommen wurde, Schlitt wegen allzu Deutschnationalen Predigten des Landes zu verweisen.

Bereits ein Jahr nach seinem Amtsantritt erklärte Schlitt unter voller Wahrung des Rechtes als Pfarrer, Verzicht auf die Pfarrstelle Weyer. Was war der Grund für den Verzicht?

Pfarrer Schlitt hatte bei seiner Investitur der Pfarrstelle Weyer weder das Pfarrhaus gesehen, noch war ihm von einer größeren Reparatur bzw. einem Neubau desselben etwas bekannt. Bei seiner Vorstellung in Weyer, wurde ihm von Pfarrer Schoenen und den Mitgliedern des Kirchenvorstandes eröffnet, daß ein neues Pfarrhaus gebaut wer­de. Man zeigte ihm am Kirchenweg die in Frage kommenden kircheneigenen Grund­stücke, die als Bauplatz geeignet wären. Pfarrer Schlitt erklärte sich bereit, für die Zeit des Neubaus die ihm vom Kirchenvorstand angebotene Mietwohnung zu bezie­hen.

Im Dezember 1935 erkrankte Pfarrer Schlitt. Zusätzlich machte sich bei ihm die schwere Kriegsverletzung aus dem I.Weltkrieg bemerkbar. Er mußte sich einer Kur unterziehen.

Kaum war Pfarrer Schlitt abwesend, begann seitens des Ortsvorstehers und einiger Kirchenvorstandsmitglieder ein Intrigenspiel gegen den Neubau des Pfarrhauses. Trotz­dem sie dem Neubau zugestimmt und unterschrieben hatten, wollten sie jetzt eine kostspielige Reparatur des Pfarrhauses vornehmen, die nicht geplant war. Die Anschläge über den von der bischöflichen Behörde genehmigten Verkauf des alten Pfarrhauses, ließ der Ortsvorsteher durch den Gemeindediener am Terminlokal Mauel entfernen. Gleichzeitig wurden Plakatzeichnungen am Pfarrhaus, an der Kir­che und im Stürmerkasten mit der Abbildung der Pastorat und den Sprüchen: „Haltet fest am guten Alten" und „Das ist wohl noch ein Palast gegen die Hütte in Nazareth", angebracht.

Man ging gar so weit, und meldete ohne Wissen von Pfarrer Schutt dessen Telefon bei der damaligen Reichspost ab und ließ es entfernen.

Während seiner Amtszeit wurde Schlitt der Einblick in Sparbücher, den Nachweis über Kapitalien der Kirche, der Pfarrdotation und der Stiftungen verwehrt. Wegen der Stiftungsmessen war Schlitt auf die Hinweise der Kirchenbesucher angewiesen, die ihn auf der Straße oder an der Kirche informierten.Vom 1.April 1936 verweigerte der Kirchenvorstand die Mietzahlungen für die von ihm für den Pfarrer angemietete Wohnung, so daß Schlitt die Mietkosten selbst über­nehmen mußte.

Da unter diesen Umständen dem Pfarrer die Basis für eine gedeihliche Zusammenar­beit entzogen wurde, verzichtete Schlitt auf die Pfarrstelle Weyer. Nach dem Be­kanntwerden äußerte sich der Dekanatsklerus: „Das hätten wir keine drei Wochen ausgehalten." Selbst der damalige Weihbischof Dr.Sträter sagte: „Sie waren zu gut. Hr.Pastor. Aber sie haben ein großes Opfer gebracht, daß sie so lange aushielten." Schlitt wurde zum Pfarrer am „Guten Hirten" in Aachen ernannt. Bis zur Ernennung eines neuen Pfarrers für Weyer, waren die Pfarrer der Umgegend nicht bereit, als Pfarrverwalter eingesetzt zu werden. Schließlich übernahm Pfarrektor P.Schmitz aus Vussem das Amt. Auf Wunsch von Weihbischof Dr.Sträter sollte Dechant Schrievers, Eicks, die Niederschriften über die Vorfälle aus der Pfarrchronik entfernen und ver­nichten.

Hatte man Angst, die damaligen NS-Machthaber könnten Einblick, wenn auch unter Zwang, in die Chronik nehmen, oder warum mußte die Wahrheit über ein unerfreuli­ches Kapitel in der Pfarrgeschichte verschwinden?

Wilhelm Hubert Rolf Forsbach (10.10.1936-16.12.1949) war vor seiner Ernennung zum Pfarrer von Weyer neun Jahre als Kaplan an St.Stephanus in Krefeld tätig gewe­sen.

Am l.Januar 1937 konnte Pfarrer Forsbach das renovierte Pfarrhaus einweihen. Bei der anschließenden Besprechung mit dem Kirchenvorstand wurde versucht, die Entfremdung zwischen Pfarrer und Kirchenvorstand, die während der Amtszeit von Pfarrer Schutt entstanden war, zu überbrücken, damit wieder Ruhe in die Pfarrge­meinde einkehrte.

Pfarrer Forsbach leitete die Pfarrgemeinde, trotz zweimaliger Vernehmung durch die Gestapo, mit Umsicht über die unsicheren Zeiten des Il.Weltkrieges. Nach dem Ende des Krieges ging er mit Eifer daran, die durch Kriegseinwirkungen entstandenen Schäden an der Pfarrkirche zu beheben. Nachdem es ihm gelungen war, das Glockengeläute durch den Guß von zwei neuen Glocken auf den alten Stand zu bringen, konnte er die Pfarrstelle beruhigt seinem Nachfolger übergeben. Forsbach wurde zum Pfarrer von Gelsenkirchen-Hünshoven ernannt.Josef Frings (16.1.1950-2.8.1954) aus St.Hubert bei Kempen, war vor seiner Ernennug zum Pfarrer von Weyer, Kaplan an St.Maria Himmelfahrt in Mönchengladbach-Neu­werk gewesen.

Mit ihm bekam Weyer einen Pfarrer mit einem rastlosen Arbeitseifer, der auch der Jugend aufgeschlossen gegenüberstand.

Er führte Heimabende für die Pfarrjugend ein, holte sachkundige Redner aller Fach­richtungen nach Weyer, die der Jugend nicht nur Vorträge hielten, sondern mit ihnen diskutierten und Filme vorführten. Für diese Jugendarbeit fehlte nach Pfarrer Frings, der geeignete Raum im Ort. Innerhalb eines Jahres schaffte er es mit Unterstützung des Grenzlandfonds, in Weyer ein Jugendheim zu errichten. Am 16.Dezember 1951 wurde das neue Jugendheim von Prälat Beckers, Aachen, eingeweiht. Auch war Pfarrer Frings an der Gründung der Fachschaft Segelflug im Bund der katholischen Jugend am 21.Dezember 1952 in Zingsheim mitbeteiligt. Neben dem Bemühen um die Jugend vergaß er die Pfarrkirche nicht. Schon 1954 verließ Pfarrer Frings nach kurzer aber erfolgreicher Arbeit Weyer und wurde zum Pfarrer von St.Mariä Heimsuchung in Mönchengladbach-Hehn ernannt. Heinrich Louven (28.9.1954-1979) aus Ameln, Kreis Viersen. Vor seiner Ernennung zum Pfarrer von Weyer war er Kaplan in Rheydt-Odenkirchen. Mit der Aufstellung der Bundeswehr begann Pfarrer Louven die einberufenen jungen Männer durch Einkehrtage, an denen alle Einberufenen teilnahmen, auf ihre neue Aufgabe vorzubereiten.
Pfarrer Louven gab kircheneigenes Land zum Verkauf frei, auf dem sechs Einfamili­enhäuser errichtet wurden.

Im Februar 1977 konnte er mit der Pfarrgemeinde sein 40 jähriges Priesterjubiläum begehen. Auf eine 25 jährige seelsorgerische Tätigkeit in Weyer konnte er 1979 zu­rückblicken. Nach der im Jahre 1979 erfolgten Versetzung in den Ruhestand, ver­brachte Pfarrer Louven seinen Lebensabend in Weyer. Am 17.Oktober 1981 starb er 70 jährig und wurde auf seinen Wunsch in Weyer bei­gesetzt.
Bedingt durch den allgemeinen Priestermangel konnte nach der Zuruhesetzung von Pfarrer Louven, die Pfarrstelle Weyer nicht mehr besetzt werden. Die Pfarrer von Kallmuth versahen bis zum Jahr 2012 die Seelsorge in der Pfarre Weyer. Im Jahre 2013 wurde Die Pfarrgemeinde Kallmuth der Pfarrei Mechernich zugeteilt, so das eine die kirchliche Seelsorge gewährleistet bleibt.

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