Der „Kreuzweg“ führt von Weyer bis zur L 206, überschreitet also die Gemeindegrenze Mechernich-Weyer und Nettersheim-Zingsheim, ohne seinen Namen zu ändern. Auf der heutigen L 206 kreuzten sich einst die Straßen von Zingsheim nach Keldenich mit der alten „Königsstraße“ von Weyer nach Dalbenden. Diese alte „Königsstraße“ ist heute nur zum Teil erhalten.
Ob der Name „Kreuzweg“ nun von dieser Kreuzung herrührt oder von einem Kreuz mag dahingestellt sein. Bekannt ist, dass einst an den Kreuzungswegen eine Antoniuskapelle stand. Auf der Tranchotkarte von 1809 ist dieses Kapellchen als Ruine eingetragen: „Tonus Hausken Cap. Ruinée“. Auf einer Landkarte von 1893 ist der geweihte Raum nicht mehr aufgeführt.
Die alte Wegkreuzung am „Kreuzweg“ an der L 206 spielt in den Sagen vom Farnsamen eine magische Rolle.

Der Farnsamen
Zwischen Zengzem on Keldenich es e Jemüesch, do stond e Tönneshüüsche (eine Antoniuskapelle) an nem Krützwäg. Os Aale verzahlte, du kregte se vam Düvel Faasoom (Farnsamen). Dann wore se su stärk wie se wollte. Zwei Jonge wore ooch do jewäs on hotte sich Faasoom jevve losse. Dr eene ös frei, dr angere ävver woe däm Düvel verfalle, deä hätt öm mötjehollt.
Erzählt um 1900 von Hermann Müller aus Engelgau, veröffentlicht in dem Buch von Gottfried Henßen: „Sagen, Märchen und Schwänke des Jülicher Landes,“ 1955, Nr. 111 b

Von einer alten Besiedlung am Kreuzweg erzählen Hügelgräber „an der Donnermaar“ im Weyerer Wald (alte Bezeichnung „bowen zur Ley“).

Auf Weyerer Gebiet verdient ein Bildstock am Kreuzweg besondere Beachtung, das Markushäuschen.

Im Internet ist darüber folgendes zu lesen: http://www.prisma.de/nrw/beitrag.html?OID=58474094

Hoch über dem Dorf Weyer (Stadt Mechernich/Kreis Euskirchen) steht am Kreuzweg das Markushäuschen, ein alter Bildstock aus dem Jahr 1749.

Eine große Kastanie leistet dem Markushäuschen Gesellschaft und sommers wie winters treibt der Eifelwind sein munteres Spiel in der Krone des Baumes.

Seinen Namen hat das Markushäuschen von der Statue des heiligen Markus, die es in seiner Nische birgt. Am Markustag, dem 25. April, geht noch heute eine Flur- und Bittprozession von der Pfarrkirche des Dorfes Weyer zum Markushäuschen, um Segen für das Dorf und die Felder ringsum zu erbitten.

Von diesem einsamen Platz aus bietet sich eine einmalige Aussicht auf die Höhen der Eifel, die der näheren Umgebung und bis zum Michelsberg bei Bad Münstereifel.

Bei klarem Wetter mit guter Fernsicht aber reicht der Blick bis nach Köln, der Kölner Dom und der Fernsehturm Colonius sind gut zu erkennen. Man kann, wie ein Eifeler Sprichwort sagt „sehen, was in Köln die Butter kostet“. Aus der Ferne grüßt ebenfalls das Siebengebirge mit seinen Höhen und die weißen Gebäude des Hotels auf dem Petersberg.

http://www.prisma.de/nrw/beitrag.html?OID=58474094
Text: Martina Schäfer, Nettersheim

Einen anderen Aussichtspunkt erreicht man vom Kreuzweg zum Brehberg. Dieser 525 m hohe Berg ist die höchste Erhebung im Gebiet der Stadt Mechernich. 1996 wurde dort ein eichenes Kreuz aufgestellt. Neueren Datums ist der Aussichtspunkt „Eifel-Blick“, der vom Brehberg aus einen imposanten Blick auf Weyer und das anschließende Land bietet.

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