aus: Sagen der Kakushöhle

von Sophie Lange

Der schroff abfallende Teil des Kartstein - Plateaus ist heute durch Geländer abgesichert. Früher war das nicht der Fall. So konnte es zu folgendem Unfall kommen: Um 1880 ritt ein Soldat von Westen her über die Heide. Es war stockfinstere Nacht. Nur an den drei Mühlen im Tal leuchteten Laternen. Durch das Licht in der oberen Mühle getäuscht, galoppierte der Reiter geradewegs darauf zu, ohne den Abgrund zu bemerken. So stürzte er samt Pferd in die Tiefe und blieb tot am Fuße des Felsens liegen.

Die Leute schmückten diesen Unfall aus. In ihren Erzählungen ist von einem Kampf die Rede:

Zur Zeit der französischen Revolution trifft sich eines Abends ein französischer Offizier mit der Dame seines Herzens. Als Treffpunkt haben die beiden die Kartstein - Plattform gewählt. Beim Abschied taucht plötzlich aus dem Dunkel ein Nebenbuhler auf. Voll rasender Eifersucht stürzt der Soldat sich auf den Rivalen. Ein erbitterter Kampf entbrennt. Vom hohen Streitross aus wehrt der Soldat sich gegen die Angriffe seines Gegners. Doch er kann es nicht verhindern, dass er immer mehr an den Abgrund des Felsens gedrängt wird. Plötzlich rutscht das Pferd vom Felsrand ab, findet keinen Halt mehr, verliert das Gleichgewicht und stürzt in die Tiefe. Ross und Reiter finden in dem Steingeröll den Tod.

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