aus: Sagen der Kakushöhle

von Sophie Lange

Im Volksmund hat die Kakushöhle auch den Namen Kinderhöhle, um die sich ebenfalls eine Sage spinnt. Sie lenkt den Blick auf alte Naturreligionen, bei denen Höhlen als heilige Orte galten. Die Germanen dachten sich in einer unterirdischen Halle tief unter den Wurzeln einer riesigen Esche das Reich der Göttin Hel. Diese war die Herrscherin über Erde, Himmel und Unterwelt. Eigenmächtig konnte sie über Geburt, Tod und Wiedergeburt entscheiden. In späterer Zeit erstarb der Glaube an die dreifaltige Göttin. Nur als Märchenfrau blieb Hel unter dem Namen Frau Holle bekannt.

Die hiesigen Höhlen erinnerten die Menschen an diesen Urglauben. So verlegten sie das Reich einer Göttin Helic hierhin und erzählten folgende Geschichte:

"Es ist schon lange her, da waltete in den Höhlen des Kartsteins die Göttin Helic. Diese Göttin rief auf geheimnisvolle Weise die Kinder ins Leben. Aus einem verborgenen Raum tief im Innern der Höhle - dem Herzen der Mutter Erde - holte sie die Menschenkinder hervor. Die unterirdischen Quellen und Bäche gaben das lebenspendende Wasser. War die Geburtszeit für ein Kind gekommen, so brachte die Göttin es zu den Menschen. Sie schenkte es der Welt. Die Göttin besaß aber auch die Macht, Menschen wieder in die Höhle zurückzurufen. So drohte man in früheren Zeiten unartigen Kindern mit der Kinderhöhle, in welche Helic sie wieder zur Strafe zurückholen würde."

Die Menschen aus den umliegenden Orten wissen von einem Fluchtweg, denn aus der Tiefe der Höhlen soll sich ein unterirdischer Gang hinziehen, angeblich bis an die auf der westlichen Höhe gelegenen Kirche zu Weyer, an deren Stelle der Volksüberlieferung nach früher ein heidnischer Tempel gestanden haben soll.

Nächster Termin

Herbstball in Weyer

Oktober
Samstag
28
20:00 Uhr
Bürgerhalle Weyer
Veranstaltung vom Vereinskartell

Impressum

Copyright © 2014 - Vereinskartell Weyer - All Rights Reserved.