aus: Sagen der Kakushöhle

von Sophie Lange

Das Höhlengebiet bei Dreimühlen (Mechernich) hat viele Namen. Das gesamte Felsengebiet heißt Kartstein, im Dialekt Koartsteen.

Der alte Name für die große Höhle ist mit Große Kirche überliefert. Seit Ende des vorigen Jahrhunderts hat sich der Name Kakushöhle eingebürgert. Die Nebenhöhle der großen Höhle trägt den Namen Dunkle Kammer.

Die zweite, vom Plateau aus zu erreichende Höhle trägt den Namen Kaltes Loch. Aber auch die Bezeichnung Kinderhöhle, im Dialekt Kengches Höll ist für diese kleinere Höhle bekannt, soll doch einst die Göttin Helic aus dieser Geburtshöhle die kleinen Kinder zu den Menschen gebracht haben.

Das Wort Höhle kommt von hüllen, bedecken. Eine Höhle bietet Schutz und ist seit Menschengedenken ein Rückzugsplatz für Mensch und Tier. Ein Raum tief im Innern der Erde strahlt aber auch etwas Geheimnisvolles und Unheimliches aus. So wirkt auch die Kakushöhle auf manche kleine und große Besucher zunächst schaurig und gespenstisch. Nähert man sich dem Erdinneren jedoch behutsam, so fühlt man sich schon bald geborgen im Schoß der Mutter Erde.

Schutz und Bedrohung, Licht und Dunkel, gut und böse - diese Gegensätze begegnen uns in den Höhlen und auch in den Sagen. Aufgeschrieben wurden diese erst vor etwa hundert Jahren. Wie weit die mündliche Überlieferung zurückreicht, ist unklar.

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