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    Photovoltaik in Weyer: Erträge, Vorteile und Messwerte

    Der Trend ist seit Jahren eindeutig: Immer mehr Hauseigentümer in unserem Ort interessieren sich für die Installation einer Photovoltaikanlage auf ihrem Eigenheim. Während Informationen über Preise und Anbieter leicht zu finden sind, fehlt vielen jedoch genau das, was wirklich zählt: verlässliche Zahlen für die eigene Region.

    Dieser Beitrag zeigt, was eine Photovoltaikanlage im Raum Mechernich-Weyer tatsächlich leisten kann – mit echten Messwerten, praktischen Beispielen und Hinweisen, worauf man bei Planung und Installation achten sollte.


    Warum Photovoltaik gerade jetzt so wichtig ist

    Elektrischer Strom wird im privaten Bereich zum zentralen Energieträger der Zukunft:

    • Elektromobilität ersetzt zunehmend Verbrennerfahrzeuge.
    • Wärmepumpen ersetzen Gas- und Ölheizungen.
    • Haushaltsgeräte werden zwar effizienter, basieren aber weiterhin auf Stromversorgung.

    Eine Photovoltaikanlage ermöglicht es, einen großen Teil dieses Energiebedarfs aus eigener Produktion zu decken – kostengünstig, planbar und unabhängig vom Strommarkt.


    Planung: Worauf Hausbesitzer unbedingt achten sollten

    1. Zustand und Ausrichtung des Daches

    Das Dach sollte in gutem baulichem Zustand sein. Steht ohnehin bald eine Dachsanierung an, empfiehlt es sich, diese vor der Installation durchzuführen.

    Eine Südausrichtung ist ideal, doch auch Ost-/West-Dächer erzielen heute hervorragende Ergebnisse – insbesondere in Verbindung mit modernen Modulen und Speichern.

    2. Heutiger und zukünftiger Stromverbrauch

    Eine Anlage sollte mindestens den heutigen Bedarf decken, idealerweise aber auch zukünftige Verbraucher einplanen, wie z. B.:

    • eine Wärmepumpe,
    • ein Elektroauto,
    • zusätzliche Haushaltsgeräte.

    Eine spätere Erweiterung ist zwar möglich, jedoch mit Nachteilen verbunden: Die gesamte Anlage fällt dann unter die zum Erweiterungszeitpunkt gültige Einspeisevergütung. Das bedeutet häufig geringere Erträge bei der Vergütung.

    3. Wirtschaftlichkeit durch Größennutzung

    Da Einrüstungskosten einen wesentlichen Anteil der Gesamtinvestition ausmachen, lohnt es sich häufig, die Dachfläche möglichst vollständig zu nutzen.


    Beispielanlage in Mechernich-Weyer: Eckdaten und Praxis

    Für ein typisches Mehrgenerationenhaus in Weyer betrachten wir folgenden Fall:

    • Jahresstromverbrauch bisher: 4.500 kWh
    • Keine Wärmepumpe, kein Elektroauto zum Zeitpunkt der Installation
    • Dach mit sehr guter Südausrichtung
    • Installierbare Leistung: 14,52 kWp

    Erwartete Erträge vs. Realität

    Vor der Installation lagen Vergleichswerte bei geschätzten 12.000 kWh Jahresertrag. Tatsächliches Ergebnis nach einem Jahr: 16.000 kWh – und damit weit über Nennleistung und Prognose.


    Der Einfluss des Batteriespeichers

    Im Beispielfall kommt ein 10 kWh Speicher zum Einsatz. Dieser deckt nachts typischerweise etwa 4–5 kWh des Haushaltsbedarfs.

    • Winter (Nov–März): Speicher wird häufiger vollständig genutzt
    • Sommer (Apr–Okt): Speicher entlädt sich oft nur zu 30–50 %, da tagsüber genug PV-Energie vorhanden ist

    Batterien kleiner als 10 kWh (z. B. 5 oder 7,5 kWh) werden häufig nachgerüstet, weil sie bei Nutzung von Geräten wie Waschmaschine, Spülmaschine oder Trockner oft an ihre Grenzen kommen. Bzw. der Einsatz dieser Geräte sollte auf Zeiten mit starker PV Produktion fallen. 

    Ein Speicher größer als 10 kWh bringt selten Mehrwert, weil die PV-Leistung im Winter meist nicht ausreicht, um große Speicherkapazitäten vollständig zu laden.


    Eigenverbrauch und Autarkie: Konkrete Zahlen aus Weyer

    Strombezug vorher: 4.500 kWh pro Jahr

    Strombezug nach Installation: 389 kWh pro Jahr

    Davon:

    • November–Februar: 320,88 kWh
    • März–Oktober: 68,29 kWh

    Autarkiequote: 91 % des Jahresstrombedarfs werden durch die eigene PV-Anlage gedeckt.

    In den Monaten März bis Oktober deckt die Anlage sogar 95–99 % des Verbrauchs.
    Selbst im Winter bleiben noch 70–82 % Eigenversorgung.

    Grund für geringe Sommerverbräuche aus dem Netz zur Sommerzeit:
    Liegt der Bedarf minimal über der aktuellen PV-Erzeugung, zieht die Regelung Strom aus dem Netz, um den Akku zu schonen. Das erhöht die Lebensdauer des Akkus erheblich.


    Einspeisung & Vergütung

    Jahresproduktion: 16.000 kWh
    Eigenverbrauch: 4.500 kWh
    Überschuss: 11.300 kWh Einspeisung

    Einspeisevergütung im Beispiel: 7 Cent / kWh
    Abrechnung über Netzbetreiber wie eRegio bzw. zukünftig Westnetz.

    Aktuelle Vergütung (Stand 27.02.2026):

    • Anlagen 10–40 kWp: 6,73 Cent / kWh
    • Laufzeit der Garantierten Einspeisevergütung: 20 Jahre

    Politisch wird derzeit diskutiert, die Vergütung zu streichen, da PV-Anlagen sich bereits selbst wirtschaftlich tragen.


    Wirtschaftlichkeit: Warum sich jede selbst verbrauchte kWh lohnt

    Jede kWh, die im Haushalt genutzt wird, spart heute rund 30–35 Cent Strompreis – viel mehr, als die Einspeisevergütung bringt.

    Verbraucher wie Wärmepumpen oder Elektroautos steigern die Ersparnis weiter, weil sie fossile Energieträger ersetzen, der Wert auch nach Umrechnung über 7 Cent liegt.

    Auch das Thema Stromausfallsicherheit spielt eine Rolle:
    Moderne Anlagen bieten eine Notstromphase, die zumindest eine Phase oder – bei Umbauten – das gesamte Haus versorgt, solange Speicher oder Sonne verfügbar sind.


    Umweltvorteile

    Die Beispiellanlage spart innerhalb von einem Jahr und vier Monaten:

    • 8.841 kg CO₂ entspricht etwa 707 neu gepflanzten Bäumen

    Wirtschaftlichkeit mag oft der Hauptgrund für eine PV-Anlage sein – aber der ökologische Zusatznutzen ist erheblich.


    Kurzer Exkurs: Balkonkraftwerke

    Auch kleinere Lösungen können sinnvoll sein:

    • Kosten Beispielanlage: ca. 300 €
    • Erzeugung in drei Wintermonaten: 129,2 kWh
    • Amortisation: 2–4 Jahre

    Mit kleinem Speicher (Gesamtkosten ca. 1.000 €) kann der gesamte erzeugte Strom genutzt werden – Amortisation ca. 5 Jahre.


    Blick in die Zukunft: Erweiterung, Kombinationen und neue Technik

    Themen, die künftig in diesem Beitrag ergänzt werden sollen:

    • Bezugsmodelle wie Mietlösungen (z. B. Enpal)
    • Beispielrechnungen für Ost-/West-Ausrichtung
    • Wirtschaftlichkeit in Kombination mit E-Auto & Wärmepumpe
    • Bidirektionales Laden (Auto als Hausspeicher)
    • Optimierung des Eigenverbrauchs

    Fragen und Anregungen können jederzeit aufgenommen und erweitert werden.

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