Es war im Jahr 2024, als bei Kamerad Tobias Stolz das Handy klingelte und eine Nachricht eintraf, die sich im Nachhinein als echter Glücksfall für die Feuerwehr herausstellen sollte: Die Firma Wasel plante, zwei ihrer Lichtmastwagen aus dem Jahr 2007 auszumustern. Die Fahrzeuge standen damit vor der Verschrottung – sofern sich keine Interessenten finden würden. Da kaum noch Unterlagen zu den Fahrzeugen vorhanden waren, war die Ausgangslage entsprechend herausfordernd.
Eine Gelegenheit, die sich nur selten bietet. Nach kurzer Rücksprache mit der Löschgruppenführung und der Wehrführung war schnell klar: Dieses Angebot wollte man nicht ungenutzt verstreichen lassen. Gemeinsam entschied man sich, die Fahrzeuge zu übernehmen, mit dem Ziel, das gesamte Stadtgebiet mit der Technik zu versorgen. So wurde eines der Modelle in Weyer und das zweite in Bleibuir stationiert.
Schon wenig später stand eines der Fahrzeuge im leer gewordenen Anbau des Gerätehauses in Weyer – genau dort, wo zuvor der alte Magirus seinen Platz hatte. Zwar war der Lichtmastwagen grundsätzlich noch funktionsfähig, doch 15 Jahre Standzeit im Freien hatten deutliche Spuren hinterlassen. Der Entschluss fiel daher eindeutig aus: Eine vollständige Restauration sollte dem Fahrzeug neues Leben einhauchen.
Mit großem Engagement wurde der Wagen vollständig zerlegt, gereinigt und aufgearbeitet. Die Arbeiten übernahmen Florian Schmitz sowie der stellvertretende Löschgruppenführer und Maschinenwart Julian Lock. Bauteile wurden abgeschliffen, instandgesetzt und anschließend in einem kräftigen Feuerwehrrot neu lackiert. Die Anbauteile wurden vom stellvertretenden Löschgruppenführer Mario Wielspütz pulverbeschichtet und damit dauerhaft gegen Witterung und Belastung geschützt.
Der Wiederaufbau gestaltete sich jedoch anspruchsvoll. Erst ein glücklicher Zufall während eines Feuerwehrfestes in Eiserfey brachte den entscheidenden Fortschritt: Der Kamerad aus der Löschgruppe Satzvey und Fachmann Marius Wilden wurde auf die Situation aufmerksam und stellte sich als Mitarbeiter des ursprünglichen Fahrzeugherstellers heraus. Mit seiner fachlichen Unterstützung konnten fehlende und defekte Elektrokomponenten identifiziert und neu beschafft werden. Nach Abschluss dieser Arbeiten konnte der Zusammenbau erfolgreich beendet werden.
Parallel zur Fahrzeugrestauration wurde auch in Weyer die Infrastruktur angepasst. Der Anbau des Gerätehauses wurde vom Kameraden Ingo Keller hierfür hergerichtet und auf die neuen Anforderungen vorbereitet. Eindringendes Regenwasser wurde dauerhaft verhindert, der Boden neu beschichtet und der Raum insgesamt auf einen sauberen, geordneten und einsatzfähigen Zustand gebracht. Von der Wehrführung der Stadt wurde zudem ein Stromaggregat sowie weiteres Zubehör zur Verfügung gestellt.
Der Lichtmastwagen kann auf eine Höhe von 8 Metern ausgefahren werden und verfügt über sechs LED-Strahler mit jeweils 1000 Watt Leistung. Durch ergänzende Strahler und Verlängerungen ist das Fahrzeug in der Lage, einen Einsatzort umfassend und großflächig auszuleuchten.
Neuanschaffungen vergleichbarer Fahrzeuge liegen in der Regel im Bereich von 60.000 bis 100.000 Euro, wodurch die erfolgreiche Instandsetzung auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten eine äußerst wertvolle Lösung darstellt. Bisher waren solche Gerätschaften nicht im Einsatzportfolio der Feuerwehren im Stadtgebiet Mechernich vorhanden und mussten im Bedarfsfall beim THW angefragt werden.
Ein besonderer Dank gilt allen Kameradinnen und Kameraden sowie Unterstützern, die dieses Projekt mit Zeit, Fachwissen und großem Engagement möglich gemacht haben. Durch diesen gemeinschaftlichen Einsatz konnte eine kostengünstige, aber äußerst wertvolle Erweiterung der technischen Ausstattung realisiert werden.
Seinen ersten Einsatz absolvierte der neue Lichtmastwagen schließlich beim Open Air des Sportvereins, wo er direkt seine Stärken unter Beweis stellte und für die zuverlässige Ausleuchtung des Parkplatzes sorgte.
Die Freiwillige Feuerwehr freut sich über das neue Aggregat und blickt mit Zuversicht in die Zukunft – bereit, künftig noch schneller und effizienter „Licht ins Dunkel“ zu bringen.
