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    Dorftrödel, Traktoren und gute Stimmung: Viel los in Weyer

    Weyer. Wenn Erwachsene mit E-Scootern durch die Straßen rollen, kann das eigentlich nur eines bedeuten: In Weyer ist Dorftrödel. Bereits in den frühen Morgenstunden waren die Straßen gut belebt. Bei strahlendem Sonnenschein und angenehm warmen Temperaturen machten sich zahlreiche Besucher auf den Weg zu den insgesamt 32 Trödelständen im Ort. Auch Traktoren waren den ganzen Tag über im Ort zu sehen und zu hören und machten schon früh auf den späteren Leistungsfrühschoppen im Tal aufmerksam.

    Von Spielzeug, Kinder- und Erwachsenenkleidung über Haushaltswaren, Porzellan, Bücher und Dekorationsartikel bis hin zu Werkzeug, Fahrrädern, Gartenartikeln, Kleinmöbeln und allerlei Trödel war für nahezu jeden Geschmack etwas dabei. Besonders Familien nutzten die Gelegenheit, nach gut erhaltenen Kindersachen, Spielzeug und Kleidung zu stöbern.

    Eine digitale Karte erleichterte den Besuchern die Orientierung. Über einen QR-Code konnte sie direkt auf das Smartphone geladen werden und führte zu den einzelnen Trödelständen im Ort. Bunte Luftballons machten die Verkaufsstellen schon von weitem sichtbar. Fahnen mit dem Weyerer Ortswappen schmückten die Straßen und verliehen dem Ort zusätzlich ein besonderes Bild.

    Den ganzen Tag über war die Bewegung im Ort deutlich spürbar. An den Trödelständen wurde gestöbert, gehandelt und so manches Teil wechselte den Besitzer. Für die Dorftrödler war dabei jedes verkaufte Stück ein Grund zur Freude – schließlich musste es am Abend nicht wieder eingepackt und zurückgeräumt werden. Noch schöner: Viele der angebotenen Dinge fanden einen glücklichen neuen Besitzer und damit vielleicht auch einen neuen Platz in einem anderen Weyerer Zuhause.

    Für viele Besucher führte der Weg zum Abschluss ins Tal. Dort hatte die IG „alte Landmaschinen - Eifel -“ zum Leistungsfrühschoppen eingeladen. Gleichzeitig wurde an diesem Tag, wenn man so wollte, auch das Stiftungsfest der IG begangen. Insgesamt 38 Traktoren waren zu sehen, darunter sowohl historische Oldtimer als auch moderne Maschinen. Die Veranstaltung bot damit nicht nur einen geselligen Treffpunkt für die Mitglieder und Freunde der alten Landtechnik, sondern auch einen besonderen Einblick in die Vielfalt und Entwicklung landwirtschaftlicher Maschinen.

    Ein besonderer Anziehungspunkt war die Leistungsmessung, die zahlreiche Besucher in ihren Bann zog. Für die Messung wurden die Traktoren über die Zapfwelle mit dem Prüfgerät verbunden. Sobald die Messung begann, gaben die Maschinen ordentlich Leistung ab und setzten die Zapfwelle in Bewegung. Das angeschlossene Prüfgerät wirkte dieser Bewegung mit einer starken elektromagnetischen Bremse entgegen. Aus den dabei erfassten Messwerten ließ sich die tatsächliche Leistung des jeweiligen Traktors ermitteln. Das Ergebnis gab es anschließend schwarz auf weiß – für die Besitzer ein interessanter und für die Zuschauer durchaus beeindruckender Einblick in die Leistungsfähigkeit der Maschinen.

    Ein weiterer Hingucker war die historische Feldküche. Darin wurde über den Tag hinweg handgemachte Erbsensuppe zubereitet, die nicht nur optisch an die vergangene Zeit der alten Landtechnik erinnerte, sondern auch kulinarisch für viele Besucher ein besonderer Anziehungspunkt war.

    Der Andrang beim Leistungsfrühschoppen war deutlich größer als erwartet. Kurzzeitig drohte sogar das Grillgut knapp zu werden. Doch wie es in Weyer so ist: Ein kurzer Hilferuf genügte und schon halfen die anderen Vereine aus. Was dort noch an Grillgut vorhanden war, wurde kurzerhand zusammengetragen und ins Tal gebracht. So waren am Ende zwar in manchem Weyerer Kühlschrank keine Grillwürstchen mehr zu finden, dafür waren die Gäste im Tal bestens versorgt. Ein kleines Beispiel dafür, wie unkompliziert und selbstverständlich die Vereine im Ort zusammenhalten.

    Der Leistungsfrühschoppen hatte dabei auch einen besonderen sozialen Gedanken. Der Erlös der Veranstaltung kommt der Mädchenwohngruppe Weyer des Hermann-Josef-Hauses zugute. Viele der Organisatoren sind selbst Mütter und Väter und wissen, wie selbstverständlich vieles im Alltag für die eigenen Kinder ist. Auch die Mädchen, die im alten Pastorat in Weyer leben, werden dort bestens versorgt. Dennoch sind es manchmal gerade die kleinen Dinge, auf die sie eher verzichten müssen als die eigenen Kinder.

    Für die Veranstalter war deshalb schnell klar: Den Mädchen aus Weyer soll ein wenig unter die Arme gegriffen werden. Wenn der Erlös dazu beitragen kann, die eine oder andere Kleinigkeit im Alltag möglich zu machen, möchte man dies von Herzen gerne unterstützen. So wurde aus einem geselligen Frühschoppen zugleich eine Veranstaltung, bei der gemeinsam gefeiert und gleichzeitig etwas Gutes für die Gruppe vor Ort getan wurde.

    Auch musikalisch wurde einiges geboten. Der Musikverein Weyer gehörte zum Programm und sorgte für die passende musikalische Unterhaltung. Ein weiterer Anziehungspunkt war die Ausstellung eines Feuerwehrfahrzeugs, bei der die Besucher die Technik aus nächster Nähe betrachten konnten.

    Auch Mechernichs Bürgermeister Michael Fingel schaute mit seinem Sohn beim Leistungsfrühschoppen vorbei. Die Gelegenheit nutzte er, um seinem Sohn die Leistungsmessung der Traktoren zu zeigen und gemeinsam einen Blick auf die ausgestellte Landtechnik zu werfen.

    Auch viele der Aussteller nutzten die Gelegenheit, nach dem Ende des Dorftrödels noch einmal ins Tal zu gehen und dort auf den gelungenen Tag anzustoßen. So trafen sich am Ende des Tages viele derjenigen wieder, die zuvor über Stunden an den Trödelständen gestanden, verkauft, gehandelt und mit den Besuchern ins Gespräch gekommen waren.

    Am Nachmittag zog es dann so manchen noch weiter zum Sportplatz, wo die Concordia Weyer zum Fußballspiel einlud.

    Es war ein schönes Zusammenspiel der beiden Veranstaltungen, die gemeinsam zahlreiche Gäste nach Weyer lockten und insbesondere Familien einen abwechslungsreichen und schönen Sonntag boten. Dorftrödel, Landtechnik, Musik und Fußball ergänzten sich dabei auf besondere Weise und sorgten den ganzen Tag über für Leben im Ort. Ein besonderer Aspekt war dabei auch, dass sich vieles draußen abspielte: Bei herrlichem Herbstwetter waren die Besucher viel zu Fuß unterwegs, bewegten sich von Stand zu Stand und genossen einen Tag an der frischen Luft. So wurde der Sonntag nicht nur abwechslungsreich, sondern auch zu einer schönen Gelegenheit, gemeinsam Zeit im Freien zu verbringen.

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