Für gewöhnlich werden die beiden Wasserzapfsäulen auf unserem Friedhof nach der Winterpause im März oder April wieder in Betrieb genommen. In diesem Jahr mussten wir jedoch bereits im April darüber informieren, dass sich die Inbetriebnahme aufgrund technischer Probleme verzögern würde.
Im Laufe der folgenden Wochen stellte sich heraus, dass die Ursache deutlich umfangreicher war als zunächst angenommen. Die fast 50 Jahre alte Wasserleitung auf dem Friedhof erwies sich als regelrechter Flickenteppich aus zahlreichen früheren Reparaturen. Immer wieder traten neue Schäden auf, sodass schnell klar wurde: Eine weitere Reparatur würde keine dauerhafte Lösung mehr darstellen. Stattdessen musste die komplette Leitung erneuert werden. Wie bei Hauswasseranschlüssen müssen auch Wasserleitungen nach mehreren Jahrzehnten erneuert werden – kein Material hält ewig.
Aus einer zunächst überschaubaren Reparatur entwickelte sich somit ein deutlich größeres Bauprojekt. Neben der vollständigen Erneuerung der Leitung erschwerten die hohe Auslastung der Fachbetriebe, das felsige Gelände sowie die Dokumentation des Leitungsverlaufs die Arbeiten zusätzlich. Immer wieder mussten neue Lösungen gefunden werden, wodurch sich die Fertigstellung verzögerte.
Damit die Grabpflege trotz der fehlenden Wasserversorgung weiterhin möglich blieb, stellte die Stadt Mechernich kurzfristig einen 1.000-Liter-IBC-Container zur Verfügung. Zusätzlich stellte Rainer Krings aus Weyer sein Wasserfass bereit, sodass die bepflanzten Gräber auch während der Bauzeit bewässert werden konnten.Als sich abzeichnete, dass die Einschränkungen über einen längeren Zeitraum bestehen würden, übernahm die Freiwillige Feuerwehr Weyer dankenswerterweise eine zusätzliche Aufgabe für unseren Ort.
Es zeigte sich jedoch schnell, dass die Wasserfässer auf dem neuen Friedhof nicht stehen bleiben konnten. Die Befüllung mit dem Feuerwehrfahrzeug war dort aufgrund der örtlichen Gegebenheiten sehr aufwendig und zeitintensiv. Deshalb wurden die Fässer kurzerhand an den Friedhofseingang umgesetzt. Von dort aus konnten sie mithilfe einer Schlauchleitung, die dauerhaft am Friedhof verbleiben konnte, deutlich einfacher und schneller befüllt werden.
Zwar bedeutete dies für die Besucherinnen und Besucher einen etwas längeren Weg mit der Gießkanne, doch diese pragmatische Lösung stellte sicher, dass während der gesamten Bauzeit jederzeit ausreichend Gießwasser zur Verfügung stand.
Während der gesamten Bauzeit wurden die Wasserbehälter – insbesondere in der seit Ende Mai anhaltenden Trockenperiode – nahezu täglich befüllt. Doch nicht nur die Feuerwehr leistete hierzu einen wichtigen Beitrag. Auch viele stille Helferinnen und Helfer packten ganz selbstverständlich mit an und unterstützten beim Befüllen der Fässer oder beim Bereitstellen von Wasser.
Gemeinsam wurden in den vergangenen Wochen rund 55.000 Liter Wasser auf den Friedhof gebracht – ein beeindruckendes Ergebnis, das ohne den Einsatz vieler engagierter Menschen nicht möglich gewesen wäre.
Nach vielen Wochen intensiver Arbeiten konnte die neue Wasserleitung schließlich fertiggestellt werden. Sie verläuft nun entlang des Betriebsweges des Friedhofs sowie der angrenzenden Parkfläche. Damit wurde eine nachhaltige und zukunftssichere Lösung geschaffen, die die Wasserversorgung des Friedhofs voraussichtlich wieder für viele Jahrzehnte sicherstellen wird.
Ein herzliches Dankeschön gilt allen, die zum Gelingen dieses Projekts beigetragen haben. Unser Dank richtet sich an unseren Ortsbürgermeister, die Stadt Mechernich, die Wasserwerke, die beteiligten Fachfirmen sowie an alle Helferinnen und Helfer, die in den vergangenen Monaten mit ihrem Einsatz, ihrer Geduld und ihrer Unterstützung zum Erfolg beigetragen haben. Ein besonderer Dank gilt der Freiwilligen Feuerwehr Weyer, Rainer Krings sowie allen Bürgerinnen und Bürgern, die oft ganz selbstverständlich beim Befüllen der Fässer mit angepackt haben.
Die vergangenen Monate haben einmal mehr gezeigt, was unsere Dorfgemeinschaft auszeichnet: Wenn Hilfe benötigt wird, wird nicht lange gefragt – es wird gemeinsam angepackt. Im Ort wissen wir uns zu helfen.
Umso mehr freuen wir uns, dass die Arbeiten nun erfolgreich abgeschlossen werden konnten und die beiden Wasserzapfsäulen auf dem Friedhof wieder wie gewohnt genutzt werden können.
Was lange währt, wird endlich gut.
